Wahlprogramm für den Kreistag 2026

Präambel

Der Landkreis Eichstätt ist reich an Natur, Kultur und engagierten Menschen. Damit unsere Heimat auch in Zukunft lebenswert bleibt, wollen wir Grüne Politik machen, die Verantwortung übernimmt ökologisch, sozial und demokratisch. Gemeinsam mit den Bürger*innen möchten wir unsere Region fit für die Zukunft gestalten mit einer gesunden Umwelt, einer starken Wirtschaft, einer verantwortungsbewussten Finanzpolitik, einer umweltverträglichen Energiewende, einer modernen Mobilität und einem lebendigen Miteinander. Unser Ziel ist ein Landkreis, in dem alle Menschen unabhängig von Herkunft, Alter oder Einkommen gut leben können und die Natur bewahrt wird.

1. Mobilität – zeitgemäß, transparent und umweltbewusst

Wir setzen uns für inklusive Städte und Gemeinden ein, in denen alle Menschen unabhängig von ihren körperlichen Voraussetzungen gleichberechtigt teilhaben können. Unser Ziel ist ein nahtloser und barrierefreier Zugang zum öffentlichen Nahverkehr: Einfacher Ticketkauf, problemloses Einsteigen, Umsteigen und Aussteigen soll für alle möglich sein, gerade für Menschen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten ob mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen.

Wir setzen uns für ein einfaches und klares Ticketsystem im VGI/VGN ein, das für alle Nutzer*innen leicht verständlich ist. Das Flexi-System möchten wir an Zug- und Veranstaltungszeiten anpassen und den koordinierten Ausbau von Parkleitsystemen und Park&Ride-Plätzen vorantreiben. Wir möchten in der VGI-Flexi-App eine Bezahlfunktion mit modernen Zahlungsoptionen integrieren. Zudem wollen wir das Flexi-System im gesamten Landkreis ausbauen und etablieren, so dass ein nahtloser Übergang zwischen den Gemeinden möglich ist. Wir setzen auf kleine Busse, die mit einem niedrigen Spritverbrauch die Umwelt schonen.

Fahrradfahren gehört heute zum klimafreundlichen Alltag vieler Menschen. Manche fahren aus Überzeugung, andere wegen der Gesundheit eins ist aber klar: Alle brauchen dabei sichere Wege! Mit einem sicheren und durchdachten Fahrradwegenetz im Landkreis wollen wir das Radfahren für alle Altersgruppen attraktiv und nachhaltig gestalten. Wir setzen uns für den priorisierten Ausbau der Radverkehrswege ein, um das Fahrrad als wichtiges Verkehrsmittel zu fördern. Ergänzend zu den gut ausgebauten touristischen Wegen, brauchen wir auch alltagstaugliche Radwege. Mehr selbstständige Radwege ermöglichen kurze Streckenführungen. Wir wollen sichere und überdachte Fahrradabstellplätze an Landkreisgebäuden z. B. an den beiden Dienstleistungszentren und an Knotenpunkten, um Einstiegen in den öffentlichen Nahverkehr.

Das Auto wird nach wie vor ein Teil des Individualverkehrs bleiben. Um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innnen zu gewährleisten wollen wir Ortsdurchfahrten der Kreisstraßen, mit einem generellen Tempolimit auf 30 km/h belegen.

Das Fifty-Fifty-Taxi ist ein wichtiges Angebot für Jugendliche bis 27 Jahre, das sichere und bezahlbare Mobilität am Abend und in der Nacht ermöglicht. Allerdings bestehen bislang Informationsdefizite und unnöig hohe Hürden bei der Teilnahme, insbesondere für junge Menschen ohne deutschen Pass. Wir setzen uns dafür ein, dass das Fifty-Fifty-Taxi unkompliziert und diskriminierungsfrei zugänglich ist unabhängig von Herkunft oder Staatsangehörigkeit. So schaffen wir echte Teilhabe und stärken die Mobilität aller Jugendlichen im Landkreis.

Konket wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • das Fahrrad als Verkehrsmittel fördern
  • die Verkehrssicherheit durch Tempo 30 auf Kreisstraßen innerorts erhöhen
  • einen flächendeckenden und lebensnahen öffentlichen Nahverkehr schaffen
  • verschiedene Verkehrsangebote sinnvoll bündeln und vernetzen
  • das Ticketsystem und die Bezahlung im öffentlichen Nahverkehr deutlich vereinfachen
  • Fifty-Fifty-Taxi für alle
  • barrierefreie Mobilität für alle Menschen (z. B. Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen) sichern
  • sichere und überdachte Fahrradabstellplätze an Landkreisgebäuden und ÖPNV-Knotenpunkten schaffen
2. Wirtschaft, Bauen und Energie gemeinsam denken

Wir stehen vor einem radikalen Wirtschaftswandel in der Region 10: Durch die Neuausrichtung der Automobilbranche werden in Zukunft viele Arbeitskräfte freigesetzt. Ergänzend zu den klassischen Branchen wie Handwerk und Bau möchten wir daher Zukunftsbranchen gezielt im Landkreis ansiedeln und so zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Wir wollen unsere Städte und Gemeinden zu Modellregionen des ökologischen und wirtschaftlichen Wandels machen mit innovativer Energiepolitik, Kreislaufwirtschaft, regionaler Wertschöpfung und echter Bürger*innen-Beteiligung.

Die Energiewende gelingt nur dezentral und bürgernah bei uns vor Ort. Wir setzen auf eine kommunal gesteuerte, klimafreundliche Energieversorgung, die wirtschaftlich tragfähig und gerecht organisiert ist. Hierzu wollen wir Energiegesellschaften gründen und bestehende stärken: Der Landkreis soll hierfür eigene Unternehmen aufbauen oder sich beteiligen, um die Wertschöpfung in der Region zu halten. Durch Bürgerenergiegenossenschaften möchten wir echte Bürgerbeteiligung schaffen organisatorisch, rechtlich und finanziell.

Windenergie im Landkreis ist notwendig und sinnvoll. Wir wollen mindestens die 1,8% der Landkreisflächen zur Verfügung stellen und setzen uns dafür ein, dass schon vorhandene Flächen im Repowering-Verfahren eingepreist werden. Wir fordern, die kommunale Wärmeplanung schnell umzusetzen und grundsätzlich erneuerbare Energien dabei zu nutzen.

Wir wollen die in BayBO Art.44a beschriebene Photovoltaik-Pflicht auch für kommunale Gebäude in der Region umsetzen. Das gilt für Landkreisgebäude und für Zweckverbände, in denen der Landkreis Mitglied ist. Derartige Gebäude, die mit einer Stromerzeugungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien ausgestattet sind, sollen Stromspeicher erhalten, die den nächtlichen Strombedarf decken können. Hierfür wollen wir Haushaltsmittel für einen schnellen Ausbau bereitstellen.

Energie mitdenken soll dabei im Vordergrund stehen: Autarke Quartiere, Smart Meter und klimafreundliche Bebauungspläne gehören für uns zur kommunalen Bauplanung der Zukunft.

Wir fordern die Bayerische Staatsregierung auf, die Kommunen an Windanlagen in ihrem Gemeindegebiet profitieren zu lassen, z. B. durch ein Bürgerenergiegesetz (BürgEnG) (In NRW gilt dies seit 2023), das Betreiber*innen von Windkraftanlagen verpflichtet, Gemeinden und deren Anwohner*innen individuelle Beteiligungsmöglichkeiten anzubieten.

Als HighStarter Region der Landesregierung gibt es ein Forschungsinteresse im Bereich der Wasserstofftechnologie. Durch den hohen Wirkungsverlust und die einhergehenden Aufwendungen sehen wir Vorteile in der weiteren Forschung im Bereich der grünen Wasserstoffproduktion sowie in innovativen Energiespeichermethoden.

Recycling schafft Arbeitsplätze und reduziert den Ressourcenverbrauch: In unserer Region möchten wir das Recycling aller Rohstoffe vorantreiben. Hierzu zählen u.a. Plastik, Altmetalle, Elektroschrott, Baustoffe, und Klärschlamm. Dafür wollen wir Rahmenbedingungen für Unternehmer*innen schaffen, die das ermöglichen. Dazu möchten wir, dass es den Landkreisbewohner*innen einfach gemacht wird, den Hausmüll passend zu entsorgen, weshalb wir die Gelbe Tonne als wichtigen Schritt zu besserer Mülltrennung und einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft einführen wollen.

Die in der Region verankerten Gründerpreise der Sparkasse etc. wollen wir durch eine solide Start-Up-Förderung für klimafreundliche Unternehmen ergänzen. Hierzu setzen wir auf Kooperation der landkreiseigenen Wirtschaftsförderung mit Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und Universitäten sowie Hochschulen zur Entwicklung neuer Technologien im Bereich Lebensmittelerzeugung, Recycling, Wasserstoff und Digitalisierung: nachhaltig, bürokratiearm und am Gemeinwohl orientiert. Um gemeinsame Lösungen für Klimaschutz und Wirtschaftsentwicklung zu schaffen, setzen wir auf Kooperationsplattformen zwischen Kommunen, Unternehmen und Hochschulen.

Gleichstellung ist für uns ein Standortfaktor: Viele Frauen in unserer Region sind hervorragend ausgebildet, doch ungleich verteilte Care-Arbeit verhindert oft gleichberechtigte Erwerbschancen. Wir möchten eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung schaffen und die Qualifikationen von Frauen besser sichtbar machen durch gezielte Programme zur Förderung weiblicher Fachkräfte.

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • eine Energiewende vor Ort mit direkter Beteiligung der Bürger*innen unseres Landkreises
  • Start-Up-Förderung für klimafreundliche Unternehmen
  • zukunftsfähige Branchen in den Landkreis holen
  • weibliche Führungskräfte fördern und bedarfsgerechte Kinderbetreuung schaffen
  • Photovoltaik-Pflicht auf kommunalen Gebäuden umsetzen und Haushaltsmittel für den schnellen Ausbau bereitstellen
  • mindestens 1,8% der Landkreisfläche für Windkraft sichern und Repowering-Flächen berücksichtigen
  • Energieverbrauch optimieren und Müllaufkommen reduzieren
  • Kreislaufwirtschaft stärken: Recycling-Initiativen fördern und die Gelbe Tonne einführen.

3. Lebendige Natur, lebenswerte Heimat – Politik für Mensch und Umwelt

Klimakrise, Artensterben und zunehmende Extremwetter machen auch vor unserem Landkreis nicht halt. Gemeinsam mit den Menschen in unserer Region setzen wir uns für eine lebenswerte, klimafeste und artenreiche Zukunft im Landkreis Eichstätt ein.

Klima-Anpassung ist kein Zukunftsthema mehr es ist jetzt notwendig. Wir möchten, dass unsere Landkreisbewohner*innen sicher leben können. Deshalb wollen wir für den Landkreis verschiedene Schutzmaßnahmen erstellen (u.a. im Falle von Hochwasser, Waldbrand und Wasserknappheit) und diese jährlich mit Groß- und Kleinübungen erproben.

Auenflächen möchten wir als natürlichen Hochwasserschutz ausweiten. Um die Menschen in unseren Gemeinden vor Starkregen und Sturzfluten zu schützen, brauchen wir klar festgelegte Verdachtszonen, bauliche Schutzmaßnahmen und einen wirksamen Katastrophenschutz. Jeder Quadratmeter renaturierte Moorfläche ist wertvoll, denn Moor speichert 5-mal mehr CO2 als Wald und 500-mal mehr als Ozeane. Zudem können diese Flächen Klimaschäden aktiv unterbinden. Diesen Schatz haben wir direkt vor der Haustür und möchten ihn schützen. Deshalb wollen wir weiter Geld in den Bodenerwerb setzen, um langfristige Renaturierung zu ermöglichen.

Auch auf die zunehmende Waldbrandgefahr möchten wir mit regelmäßigen Übungen, einem entsprechenden Netzwerk und der aktiven Einbindung der Bevölkerung vorbereitet sein. U. a. wären hier Informationskampagnen zu „Wie verhalte ich mich bei Warnsystemen (Waldbrand, Wasserknappheit, Überschwemmung oder Hitze)“ für die Bürger*innen zu erarbeiten.

Unsere Städte und Gemeinden möchten wir klimagerecht gestalten: Mit Schatten, Wasser und naturnaher Begrünung von Baugebieten, Schulparkplätzen, Pausenhöfen, öffentlichen Gebäuden und Freiflächen. So wollen wir einerseits die Lebensqualität erhöhen und andererseits die Menschen und ihre Häuser vor Hitze und Starkregen schützen. Dabei setzen wir auf sinnvolle Nachverdichtung statt Flächenfraß und Flächenversiegelung. Ferner müssen Maßnahmen ergriffen werden, um wertvolles Regenwasser zu sammeln und zu speichern, so dass dieses für Trockenphasen zur Verfügung steht. Das Frischwasser im Bereich der Quellen muss geschützt und die Verschwendung von Trinkwasser vermieden werden.

Wir wollen Fließgewässer wie die Altmühl und die Schwarze Laber und deren Nebengewässer in Teilbereichen renaturieren, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Den Biber möchten wir als Teil des natürlichen Ökosystems einbinden und mit geschützten Nisthilfen unterstützen. Klimaschutz beginnt vor Ort. Deshalb wollen wir das Werkzeug der EMAS-Zertifizierung nutzen, um die Verwaltung des Landkreises sowie kommunale Unternehmen zu nachhaltigem Handeln zu verpflichten.

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • EMAS-Zertifizierung des Landkreises sowie von Landkreisunternehmen
  • Konzepte für den Moorschutz vorantreiben
  • Hochwasser-Schutzkonzept und Entsiegelung von geeigneten Flächen in allen Kommunen
  • Ortskerne klimagerecht anpassen
  • Altmühl und Laber und deren Nebengewässer in Teilbereichen renaturieren
  • den Biber ins Ökosystem einbinden
  • naturnahe Begrünung überall schaffen

4. Naturpark Altmühltal

Das Altmühltal ist ein Paradies für Naturverbundene und Erholungssuchende – nachhaltig, vielfältig und widerstandsfähig. Damit es so bleibt, möchten wir die Klimafolgen für die Bürger*innen sichtbar darstellen, damit sich jeder auf die anstehenden Veränderungen vorbereiten kann.

Die Umweltbildungsprogramme im Naturpark wollen wir ausbauen, um unsere Natur erlebbar zu machen – von Auenlandschaften, über Blühwiesen, Wacholderheiden mit Magerrasen bis zu unseren artenreichen Wäldern, Seen- und Flusslandschaften. Gleichzeitig möchten wir die Menschen auf die Problematik von Hitze, Wasserknappheit, Flächenverbrauch und Energieknappheit hinweisen – öffentlich zugänglich und verständlich aufbereitet.

Wir setzen auf den Schutz und die nachhaltige Entwicklung unseres Naturparks, um die Schönheit und Vielfalt der Natur zu zeigen und die Kultur zu bewahren. Hotels und Gastronomiebetriebe im Naturpark möchten wir durch eine nachhaltige Zertifizierung (z.B. EU Ecolabel) anerkennen, um Qualität und Umweltbewusstsein sichtbar zu machen. Den Landkreis Eichstätt wollen wir als naturnahes Zentrum des Naturparks bundesweit und international zum Top-Reiseziel für Natur- und Kultururlaub machen. Dafür wollen wir die natürliche Schönheit des Naturparks in den Vordergrund stellen, die mit Fahrrad, zu Fuß oder Kanu zu erkunden ist.

Die Besonderheiten des Naturparks sollten hierfür hervorgehoben bzw. geschaffen werden (u.a. seltene Vogel- und Schmetterlingsarten, Fischarten, Biber, Heilpflanzen und Blühwiesen, Sternenparks, etc.) Ferner sollten klassische Sharing-Angebote wie Ladestationen für E-Autos, E-Bikes und E-Scooter ausgebaut werden. In den Ortszentren möchten wir Mobilitätsstationen schaffen, den Bau von Trinkbrunnen fördern und WC-Anlagen an den Kanu-Ein- und Ausstiegsstellen entlang der Altmühl finanzieren (saisonbedingt).

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • die Natur im Naturpark durch Renaturierungs- und Schutzmaßnahmen fördern und die kulturellen Besonderheiten des Landkreises hervorheben
  • Förderung von regionalen Produkten im Hotel- und Gastgewerbe
  • einen ökologisch verträglichen Tourismus, der die Natur schützt und die Naherholung der Bevölkerung fördert
  • unsere Wälder mit zukunftsfähigen Baumarten aufforsten und sie so fit für den Klimawandel zu machen
  • Bürger*innen die Möglichkeit schaffen, Baumpatenschaften zu übernehmen
  • Maßnahmen fördern, um die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sowie die natürliche Balance im Naturpark zu erhalten
  • Ladesäulen an den wichtigsten Ausflugszielen ausbauen, um nachhaltiges Reisen zu ermöglichen
  • mit sogenannten „Citizen-Science“-Projekten wie Tiermonitoring für seltene Arten die Bevölkerung aktiv in den Schutz unserer Tierwelt einbinden.
5. Gesundheit gemeinsam sichern – wohnortnah, zukunftssicher, solidarisch   

Gesundheit ist ein Menschenrecht. Die kommunale Gesundheitsversorgung muss für alle Menschen im Landkreis zugänglich, bedarfsgerecht und qualitativ hochwertig sein – unabhängig von Wohnort, Einkommen oder Alter. Wir setzen uns dafür ein, dass in ländlichen Räumen eine ärztliche Versorgung mit Haus- und Fachärzt*innen gewährleistet wird. Durch kommunale Praxisgründungsprogramme, Unterstützung bei der Standortsuche und gezielte Ansprache von angehenden Haus- und Fachärztinnen möchten wir mehr Arztpraxen in den ländlichen Raum bringen.

Die Klinik Eichstätt stehen wir künftig mit leistungsfähiger Notaufnahme und Akutstation und die Klinik Kösching mit Schwerpunkt auf ambulanter Behandlung und Kurzzeitpflege. Geburtshäuser sollen das Angebot beider Kliniken ergänzen. Durch Triage-Systeme, medizinische Ersteinschätzung und den Ausbau der sektorenübergreifenden Versorgung sollen die Notaufnahmen entlastet und die Wartezeit dort gesenkt werden. Wir wollen einen Notarzt-Hub mit digitalen Systemen, insbesondere für schlecht erreichbare Regionen. Dabei setzen wir auf stärkere Zusammenarbeit zwischen Rettungsdiensten, Feuerwehr und dem ehrenamtlichen Sanitätswesen.

Mit transparenten Finanzierungs- und Fördermodellen möchten wir das Landarztprogramm sozial und nachhaltig gestalten. Zudem wollen wir durch Wohnraum-Angebote, Kinderbetreuung, Kooperations- und Teilzeitmodellen Anreize für Landärzt*innen, die sich im Landkreis niederlassen, schaffen. Die Versorgung der Patient*innen muss im Vordergrund stehen. Hierfür möchten wir die Kooperation von Kliniken, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), Kurzzeitpflege und niedergelassenen Ärzt*innen ausbauen.

Um die Gesundheitskompetenz zu erhöhen und soziale Unterschiede abzubauen, wollen wir ein Modellprojekt zur Gesundheitsbildung in Schulen, Familienzentren und Gemeinden starten. Im Fokus stehen sollen dabei die Themen Erste Hilfe Grundkurs Hausmittel, Ernährung, Hygiene, Familienplanung, sowie seelische Gesundheit.

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • Praxisgründungen unterstützen und die Ansiedlung von Landärzt*innen gezielt fördern
  • unsere Kliniken in Eichstätt und Kösching erhalten
  • Notaufnahmen entlastet und ein Notarzt-Hub für schlecht erreichbare Regionen einrichten
  • Kooperation zwischen den medizinischen Einrichtungen und Praxen stärken
  • die Gesundheitsbildung vorantreiben

Wir fordern von der Landesregierung eine Krankenhausbedarfsplanung: Ohne eine klare, zentral gesteuerte Krankenhausplanung droht in wichtigen Regionen Unterversorgung, speziell bei Notfällen und weniger lukrativen Leistungen, während lukrative Bereiche überhäuft werden. Die Ausweitung von Allianzen ist von der Landesregierung zu regeln. Diese Ungleichverteilung schwächt nicht nur die medizinische Versorgung insgesamt, sondern erschwert den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – besonders für vulnerable Bevölkerungsgruppen in ländlichen Gebieten. Die fehlende steuernde Rolle des Ministeriums schafft unsichere Planungsverhältnisse, verunsichert Krankenhausträger und gefährdet letztlich die Versorgungssicherheit der gesamten bayerischen Bevölkerung.

6. Zukunft fair gestalten: Wohnen und Leben im Landkreis Eichstätt

Wohnen ist Menschenrecht und ein Schlüssel für Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Klimaschutz. Unser Landkreis steht vor der Herausforderung, wachsenden Bedarf an Wohnraum mit endlichen Ressourcen, Klimawandel und sozialer Verantwortung zu verbinden. Wir setzen auf eine ökologische, soziale und generationengerechte Wohnpolitik.

Statt immer neue Flächen zu versiegeln, setzen wir auf Innenentwicklung, Nachverdichtung und die Wiederbelebung leerstehender Gebäude. Deshalb möchten wir eine eigene Wohnbaugesellschaft des Landkreises gründen, um langfristig bezahlbaren, ökologischen und gemeinwohlorientierten Wohnraum zu schaffen. Ganz konkret möchten wir mindestens 15 Mio. Euro in eine eigene Wohnbaugesellschaft stecken und erste Vorhaben im Jahr 2029 umsetzen.

Baudenkmäler und historische Baukultur wollen wir erhalten und eine moderne sowie energetisch verträgliche Nutzung fördern. Der Landkreis und die Kommunen sollen solche Projekte durch Beratung, passende Bebauungspläne und Modellvorhaben aktiv unterstützen. Tiny Houses, modulare Energiesparbauten und autarke Wohnformen bieten Chancen für klimaneutrales, flexibles Wohnen. Lebensqualität entsteht dort, wo sich Menschen begegnen, helfen und gemeinsam alt werden können. Wir fördern alternative Wohnformen, die generationsübergreifendes Leben ermöglichen – besonders in den Ortskernen. Statt Abriss oder Privatisierung setzen wir auf dauerhafte Sanierung bestehender Sozialwohnungen – mit ökologischer Sanierung und fairer Mietgestaltung. Wohnraum für ältere Menschen muss bezahlbar, gut erreichbar und betreut sein. Wir setzen uns für kleinere Wohneinheiten (1-2 Zimmer), barrierefreie Ausstattung und das Modell „Betreutes Wohnen“ ein.

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • eine Wohnbaugesellschaft im Landkreis gründen
  • bezahlbaren Wohnraum durch Nachverdichtung und Wiederbelebung schaffen
  • Baudenkmäler modern erhalten
  • Vielfalt beim Wohnen durch Tiny Houses und autarke Wohnformen fördern
  • Mehrgenerationen-Haushalte und gemeinschaftliches Wohnen stärken
  • barrierefreien Wohnraum für ältere Menschen schaffen
  • dauerhafte Sanierung bestehender Sozialwohnungen bei fairen Mieten
7. Kultur im Landkreis ermöglichen und Demokratie erhalten

Kulturförderung und Demokratiebildung gehören zusammen. Kultur ist Ausdruck menschlicher Vielfalt und fördert den offenen Dialog und den freien Austausch von Ideen. Durch kulturelle Aktivitäten und Initiativen können Bürger*innen lernen, ihre Meinungen zu äußern und die Perspektiven anderer – z.B. marginalisierter Gruppen – zu respektieren. Zudem bietet Kultur eine Plattform, auf der die Menschen im Landkreis gesellschaftliche Themen reflektieren und diskutieren können.

Rechtsextremen Bestrebungen im Landkreis treten wir standhaft entgegen. Wir kooperieren nicht mit gesichert rechtsextremen Parteien und bringen uns aktiv für die Demokratie ein. Das vom BMFSFJ geförderte Programm „Demokratie leben!“ stärkt und unterstützt auch in unserem Landkreis Initiativen, die die Demokratie stützen und fördert die politische Bildung. Wir streben eine Verstetigung des Programms über den bundesweiten Förderzeitraum hinaus an. Unser Landkreis hat eine große Vielfalt an Kulturen – den Dialog zwischen diesen möchten wir gerade in kleineren Ortschaften fördern. Beim Umbau öffentlicher Räume möchten wir den Bürger*innen analoge und digitale Beteiligungsformate anbieten, über die sie ihre Wünsche und Ideen einbringen können.

Durch Treffpunkte in den Ortszentren wollen wir Jugend- und Subkultur gezielt fördern. Darüber hinaus sollen digitale Räume verstärkt genutzt werden, um Werbung zu machen, Jugendarbeit umzusetzen und Kulturschaffende zu vernetzen. Um die vielen kulturellen Engagements im Landkreis zu fördern, brauchen wir neben den Heimatpflegerinnen einen Kulturbeauftragte*n und die finanzielle Förderung soll künftig auch längerfristige Projekte unterstützen. Durch eine gezielte Unterstützung Ehrenamtlicher und gemeinnütziger Initiativen wird so die Vielfalt an Kulturverantstaltungen ausgeweitet und mehr Zielgruppen können angesprochen werden.

Um Kultur sichtbar zu machen, möchten wir einen Kultur-Beirat einrichten, der aus Kulturschaffenden des Landkreises besteht und deren Interessen in der Politik und vor anderen Akteuren vertritt. Bestehende Veranstaltungen wollen wir wesentlich aktiver als bisher über eine eigene Rubrik auf der Website des Landkreises bewerben. Wir stärken die kommunalen Träger der Jugendarbeit durch mehr Ressourcen in der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere im Bereich Social Media. Mit einem Awareness-Konzept im Landkreis möchten wir das Nachtleben und kulturelle Veranstaltungen für alle sicherer machen. Neben Schulungen für das Personal in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche wollen wir Anlaufstellen für Betroffene von Übergriffen sowie Ansprechpersonen vor Ort etablieren.

Der Kultur- und Kreativsektor ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis Eichstätt. Die Förderung von Theater, Musik-, Kunst-, Film-, Tanzveranstaltungen, u.a. kommen nicht nur Einheimischen und Touristen zugute, sondern tragen zudem zur Wertschöpfung und Standortentwicklung von Städten und Gemeinden bei. Kulturelle Veranstaltungen bringen Menschen zusammen. Durch Angebote für Jugendliche, Senioren und Geflüchtete soll eine Teilhabe am kulturellen Leben gewährleistet werden (u.a. Veranstaltungen am Spätnachmittag anstatt in den Abendstunden, so dass der ÖPNV genutzt werden kann).

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • keine Kooperation mit Extremen und Stärkung der demokratischen Bündnisse
  • Demokratie leben! verstetigen
  • Kulturzentren fördern und die Stelle einer*s landkreisweiten Kulturbeauftragten einrichten
  • Finanzielle Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft
  • einen Kulturbeirat einrichten
  • einen Instagram-Auftritt für die Kommunale Jugendarbeit
  • die Sichtbarkeit der kommunalen Kulturangebote durch Bewerben deutlich erhöhen
  • Awareness-Konzept und Schulungen für Gastro und Veranstaltungsbranche
8. Bildung im Landkreis Eichstätt – gemeinsam die Zukunft gestalten

Bildung ist der Schlüssel dafür, dass Menschen die Chance bekommen, gesellschaftlich teilhaben zu können und sich unsere Region nachhaltig entwickelt. Dies gelingt nur im Zusammenspiel aller Ebenen – vom Bund über das Land bis hin zu unseren Kommunen im Landkreis Eichstätt. Wir möchten Schulen und Kitas bedarfsgerecht und zukunftsfähig ausbauen und so erhalten. Durch die Begrünung von Pausenhöfen, Sonnenschutz, Luftfilter und Hitzeschutz machen wir Kitas und Schulen fit für das veränderte Klima. Nachhaltige Baukonzepte möchten wir bei Neubauten mitdenken.

Für die Kinderbetreuung möchten wir in allen Teilen des Landkreises ausreichend Angebote schaffen. Der Landkreis soll die Entwicklung von pädagogisch sinnvollen Konzepten in der Ganztagsbetreuung unterstützen und so für die Kinder und Jugendlichen im Landkreis etablieren. Ob kirchlich, frei oder kommunal: Wir möchten die Vielfalt an Trägern bewahren und stärken – entscheidend ist die Qualität der Angebote. Für die Gesundheit unserer Kinder fördern wir gesundes, regionales und bezahlbares Mittagessen an allen Bildungseinrichtungen, das dem Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entspricht. Um Bildung für alle sicherzustellen, möchten wir jungen Menschen in seinen Bedarfen bestmöglich fördern. Dazu müssen Förderschulen ausgebaut und Inklusion an Regelschulen professionell unterstützt werden. Dafür möchten wir den Inklusionsbedarf an den einzelnen Schulen erheben und bei der Planung berücksichtigen.

Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) möchten wir flächendeckend an allen Schulen ausbauen und den bereits vorhandenen Grundsatzbeschluss umsetzen. Lebensperspektiven von Jugendlichen fördern wir durch enge Zusammenarbeit zwischen regionalen Betrieben, Universität, Schulen und Berufsbildungszentren. Neue Perspektiven sollen Jugendliche ohne Abschluss oder Ausbildungsplatz durch sinnvolle Beschäftigungsangebote erhalten, die der Gesellschaft dienen, z.B. durch EU finanzierte Projekte wie bezahlte Baumpflanzaktionen im Naturpark Altmühltal. Wir wollen kreative Angebote für den Ganztagsbetreuungsanspruch ausarbeiten, die Jugendarbeit einbinden und gemeindeübergreifende Angebote entwickeln.

Schulen brauchen eine angemessene und standardisierte Soft- und Hardware Infrastruktur. Gemeinsam mit Schulleitung und -kollegium sollen Schulen mit einer fairen Budgetverteilung gute Hard- und Software im Unterricht einsetzen können. Zusätzlich etablieren wir Systemadministratoren, damit sich die Lehrkräfte auf ihre pädagogische Aufgabe konzentrieren können. Digitale Bildung braucht moderne Ausstattung, Fortbildungen für Lehrkräfte, passende Materialien und Konzepte. Unterrichtszeiten sind an die Zeiten des Schülerbedarfsverkehrs/ÖPNV anzupassen, so dass „Eltern-Taxis“ nach dem Nachmittagsunterricht vermieden werden.

Wir denken Bildung nachhaltig und vernetzend. Regionale Partner wie der Naturpark Altmühltal oder die Universität erweitern das Bildungsangebot im Landkreis immens. Migration begreifen wir als Chance und stärken die Zusammenarbeit mit Schulen, um Kinder und Jugendliche mit Flucht- oder Migrationshintergrund zu integrieren. Zusätzliche Deutschklassen im Regelunterricht (Sachunterricht) sollen die Schüler beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen. In Schulen fördern wir internationale Austauschprogramme. Die Integration von Kindern und Jugendlichen in das Vereinswesen (u.a. Fußballverein, Freiwillige Feuerwehr) wird vom Landkreis unterstützt.

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • Schulen und Kitas bedarfsgerecht und zukunftsfähig ausbauen
  • Förderung aller Kinder und Jugendlichen
  • Förderschulen erweitern und Inklusion bedarfsgerecht unterstützen
  • Sozialarbeit an allen Schulen anbieten und Ursachen für die zunehmenden Probleme finden und lösen
  • für Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz bezahlte Beschäftigungsangebote schaffen
  • Systemadministratoren an Schulen beschäftigen
  • Vernetzung mit Naturpark Altmühltal und Universität
  • Integration an Schule als Chance begreifen
  • Verantwortung für Ganztagsbetreuung übernehmen: u.a. Mittagessen nach den Richtlinien der DGE, Förderung von Sport und Kreativität sowie Freundschaften
  • alle Gruppen beteiligen und mitreden lassen
9. Haushalt – für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Finanzplanung

Die Haushaltslage im Landkreis Eichstätt ist von zunehmenden Aufgaben bei gleichzeitig sinkenden finanziellen Spielräumen geprägt. Neue gesetzliche Verpflichtungen ohne ausreichende Gegenfinanzierung durch Bund und Land verschärfen diese Situation zusätzlich – ein strukturelles Problem, das alle bayerischen Landkreise betrifft. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern deshalb auf Landes- und Bundesebene eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Kommunen, damit Zukunftsaufgaben wie Klimaschutz, Energiewende, soziale Infrastruktur und Daseinsvorsorge auch vor Ort umgesetzt werden können.

Für den Landkreis Eichstätt bedeutet das: Wir wollen die Vergabe öffentlicher Aufträge transparenter machen und die Bewertungsmaßstäbe neu ausrichten. Nachhaltigkeit, ökologische Standards, Regionalität und langfristige Klimakosten müssen stärker berücksichtigt werden. Eine besondere finanzielle Herausforderung stellen die Kliniken im Landkreis dar, die im Rahmen des Krankenhausbedarfsplans für den Kreishaushalt eine enorme Belastung darstellen. Klar ist: So kann es nicht weitergehen – wir brauchen eine faire Finanzierung der Gesundheitsversorgung, die den Landkreis nicht dauerhaft überfordert.

Um dennoch handlungsfähig zu bleiben, setzen wir auf eine offene und vorausschauende Finanzplanung. Dazu gehört, auch langfristige Projekte – etwa im Bereich Infrastruktur, Mobilität oder erneuerbare Energien – frühzeitig in den Blick zu nehmen, selbst wenn sie in der aktuellen Finanzplanung noch nicht abgebildet sind. Wir wollen diese Vorhaben transparent machen und Projektpläne über die nächsten 10, 15 oder 20 Jahre offenlegen. Nur so können wir im Kreistag gemeinsam tragfähige Entscheidungen treffen und den Landkreis Eichstätt finanziell zukunftsfest aufstellen.

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • eine bürgernahe und effiziente Verwaltung durch Digitalisierung
  • Finanzen langfristig planen, um gezielt investieren zu können
  • verantwortungsbewusste Kosten-Nutzen Planung bei Bauprojekten
  • jede Investition auf Nachhaltigkeit prüfen
  • Fördermaßnahmen transparent darstellen und Mittel aktiv einwerben
  • Projektpläne für die nächsten 10, 15 und 20 Jahre veröffentlichen, um Transparenz und Planungssicherheit zu schaffen
  • Haushaltsmittel für den Ausbau erneuerbarer Energien (z. B. PV-Anlagen auf Landkreisgebäuden) frühzeitig einplanen
10. Sozial und gemeinsam – für ein besseres Miteinander im Landkreis    

Wir möchten im Landkreis ein Lebensumfeld schaffen, in dem Gemeinschaft, soziale Gerechtigkeit und das Engagement füreinander im Mittelpunkt stehen. Um dieses Ziel zu erreichen, möchten wir Nachbarschaft und ehrenamtliches Engagement fördern. Indem wir gute Orte für Begegnungen schaffen und erhalten, unterstützen wir das Engagement der Menschen vor Ort. Alle Bevölkerungsgruppen sollen teilhaben können und einen Zugang zu Freizeit- und Kulturangeboten haben. In Kooperation mit Sozial- und Jugendämtern möchten wir sozial benachteiligte Gruppen unterstützen. Eine entsprechende Untersuchung wird uns helfen, die spezifischen sozialen Bedürfnisse und Ungleichheiten im Landkreis Eichstätt zu entdecken und anzugehen. Mit einer landkreisweiten Frauenbeauftragten wollen wir Frauen fördern und Frauennetzwerke stärken. Gleichzeitig setzen wir uns entschieden gegen Rassismus und für eine gelebte Vielfalt ein. Schulungen – auch in der Verwaltung – sind uns dabei ein wichtiges Anliegen, um auf Diversität aufmerksam zu machen und diese zu fördern.

Integration ermöglichen, Vielfalt leben Wir wünschen uns einen Landkreis, in dem alle Ankommenden – ob wegen Flucht, Arbeit oder Familienzusammenführung – willkommen sind. Eine Gesellschaft, in der Menschen in Not Schutz finden, ihre Rechte kennen, schnell Teil unserer Gesellschaft werden und ihre Potentiale entfalten können. Wir stehen für eine aktive, gerechte und auf Menschenrechten basierende Migrationspolitik auf kommunaler Ebene mit einem klaren Ziel: Der Landkreis wird mit uns zum sicheren Hafen für Menschen auf der Flucht. Der Weg dorthin führt über die Gesundheitsversorgung und die Verbesserung der Zugänglichkeit zu Behörden, insbesondere für ausländische Familien. Wir stellen sicher, dass Mitarbeitende des Landratsamts mit Blick auf Diversität geschult sind, um Vorurteile abzubauen und eine inklusive, respektvolle Umgebung für alle zu schaffen. Gemeinsam wollen wir eine Umgebung schaffen, die Menschen in ihrer persönlichen, sozialen und beruflichen Entwicklung bestärkt. Informations- und Beratungsangebote möchten wir konsequent ausbauen. Menschen sollen ihre Aufenthaltsrechte verstehen und die Rechtsgrundlagen nachvollziehen können. Ehrenamtlich Engagierte – oft erste Ansprechpartner*innen in der neuen Heimat – verdienen strukturierte Unterstützung, Weiterbildung und bessere Rahmenbedingungen. Ein dauerhaft eingerichteter Refugee-Tisch ermöglicht einen regelmäßigen Austausch mit Verwaltung, Zivilgesellschaft und Geflüchteten selbst – auch zu Themen wie Bestands- und Bleiberecht. Geflüchtete Menschen verdienen eine menschenwürdige, gesunde und kindgerechte Unterbringung. Wir wollen Containerlösungen bis 2030 beenden und setzen auf dezentrale, kleine Wohnformen im gesamten Landkreis. Dort kann Integration gelingen – durch enge Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und Bildungsträgern vor allem durch Sprachangebote und Integrationskurse ab dem ersten Tag. So können wir die Eingliederung erleichtern, Teilhabe fördern und Isolation verhindern. Migration bedeutet mehr als Flucht. Sie ist ein Kulturimpuls und Beitrag zur sozialen Sicherung. Wir schaffen Raum für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, unterstützen internationale Gründer*innen und fördern Begegnung durch konsumfreie Treffpunkte. Der Zugang zur Wissenschaft – etwa durch internationale Kooperation mit Hochschulen – soll gezielt ausgebaut werden. Der Landkreis profitiert, wenn Menschen mit ihren vielfältigen Erfahrungen und Ideen bleiben und sich einbringen können. Deshalb unterstützen wir sehr stark den aktuellen Versuch einen Migrationsbeirat für den Landkreis zu gründen. Dieser soll für den Landkreis ein Ansprechpartner sein und für bessere Teilhabe für Menschen mit Migrationsgeschichte sorgen. Eine starke Demokratie braucht Haltung: Wir bekämpfen Islamfeindlichkeit, treten entschieden gegen Rassismus ein und fördern eine rassismuskritische Verwaltungskultur. Religionsfreiheit muss praktisch gelebt und geschützt werden. Die Bezahlkarte lehnen wir ab, weil sie Integration verhindert und Menschenrechte einschränkt. Stattdessen fördern wir individuelle, gerechte Lösungen – auch für Menschen ohne Staatsangehörigkeit.

Ein Landkreis für alle – Kinder, Jugendliche und Familien Unser Landkreis soll alle Kinder und Jugendlichen fördern und ein sicheres Aufwachsen ermöglichen. Uns liegen besonders der Kinderschutz und die Unterstützung der von Armut betroffenen Kinder, Jugendlichen und Familien besonders am Herzen. Für diese möchten wir Treffpunkte und Aufenthaltsräume schaffen, die zu allen Jahreszeiten als generationsübergreifende Spielplätze und Aktionsflächen dienen. Offene und in Verbänden organisierte Jugendarbeit ist gelebte Demokratie, fördert Engagement und beteiligt junge Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben. Kinder und Jugendliche zu beteiligen, ist ein wesentlicher Baustein für jugendgerechte Gemeinden. Die örtliche Jugendarbeit und die ehrenamtlichen Strukturen möchten wir stärken. Wir setzen in der Jugendarbeit auch auf Bildungsangebote in den Bereichen Medien, Politik und Umwelt. Das Jugendübernachtungshaus Alte Schule Morsbach wollen wir zum Ort für Bildung und für nachhaltige Entwicklung im Landkreis Eichstätt ausbauen. Das Fachpersonal für die Jugendarbeit muss – am jeweiligen Bedarf ausgerichtet – auf Ebene des Landkreises und der Gemeinden vorhanden sein. Dabei hat der Landkreis die Verpflichtung, den Kommunen personell und finanziell beizustehen. Verantwortliche in den Jugendverbänden brauchen Unterstützung im Umgang mit Vorschriften, Richtlinien und Gesetzen. Hierfür möchten wir die Strukturen der Jugendarbeit des Kreisjugendrings und der Kommunalen Jugendarbeit weiter ausbauen. Die Jugendhilfe wollen wir fördern und neue Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern schaffen. Damit Familien am Wohnort unterstützt und beraten werden können, setzen wir auf mobile Angebote. Durch den Trend zum Ganztag wird die Schule noch mehr zum Ort, an dem Kinder und Jugendliche sich hauptsächlich aufhalten. Daher möchten wir gerade dort mit Beratungsstellen und Angeboten der Jugendarbeit unterstützen.

Lebenswert – in jedem Alter Wir setzen und für eine respektvolle Gesellschaft ein, in der Lernen und Austausch über Generationen hinweg gefördert wird. Unser Ziel ist es, Senior*innen nicht nur als Empfänger*innen von Fürsorge, sondern als aktive Teilnehmende und Wissensvermittler*innen zu sehen. Um dem Alleinsein im Alter entgegenzuwirken, wollen wir regelmäßige Veranstaltungen für Senior*innen fördern. Durch generationsübergreifende Angebote sollen besondere Fähigkeiten rund um das alte Wissen wie Dialekte, Kartenspiele und Handarbeiten bewahrt und weitergegeben werden. Bei allen Veranstaltungen soll der Landkreis mit zusätzlichen Fahrservices und vereinfachter Buchung des Flexibusses die barrierefreie Teilnahme ermöglichen. Einsamkeit möchten wir verhindern, indem wir Netzwerke und Treffpunkte in Stadt und Dorf fördern. Wir wollen den öffentlichen Raum barrierefrei und für alle Generationen gestalten. Durch Treffpunkte und Veranstaltungen für alle Altersgruppen wollen wir gegenseitige Vorurteile abbauen und die Möglichkeit schaffen, voneinander zu lernen. Um leerstehenden Wohnraum effektiv zu nutzen und gleichzeitig das Sicherheits- und Lebensgefühl älterer Menschen zu erhöhen, setzen wir auf zeitgemäße Wohnkonzepte wie Mit-Wohnmöglichkeiten. Zudem möchten wir eine Haustausch-Börse zwischen Senior*innen und Familien einrichten, um optimal auf die Lebensbedürfnisse beider Gruppen einzugehen. Um pflegebedürftige Menschen zu unterstützen, möchten wir die Sozialstation für den Landkreis Eichstätt erhalten. Senior*innen sind besonders betroffen vom heißen Sommer, der durch die Klimakrise nun jedes Jahr zu erwarten ist. Wir setzen uns dafür ein, Wasserspender und ausreichend Schattenplätze zur Verfügung zu stellen und Bepflanzung in den Innenstädten auszuweiten. Pflegebedürftige und Menschen mit körperlicher Behinderung müssen als Risikogruppen im Katastrophenschutz explizit mitgedacht werden. Barrierefreie Wege, ein zugänglicher öffentlicher Nahverkehr und ein leichter Zugang zum Ticket sind für uns selbstverständlich, um die Mobilität für alle Bürger*innen zu gewährleisten.

Konkret wollen wir im Landkreis Eichstätt:

  • eine landkreisweite Frauenbeauftragte einsetzen und Frauennetzwerke stärken
  • Migrationsbeirat und einen Refugee-Tisch als dauerhafte Austauschplattform einrichten
  • Geflüchtete dezentral und menschenwürdig unterbringen, Containerlösungen bis 2030 beenden
  • Strukturen der Jugendarbeit im Kreisjugendring und KoJa ausbauen und finanziell absichern
  • das Jugendübernachtungshaus Alte Schule Morsbach als Bildungsort für nachhaltige Entwicklung etablieren
  • mobile Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Familien schaffen,
  • Isolation von Seniorinnen durch Treffpunkte verhindern
  • Mit-Wohnmodelle und eine Haustausch-Börse unterstützen
  • Katastrophenschutzpläne explizit auf Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung ausrichten.

Nachwort

Die kommenden Jahre entscheiden darüber, wie wir im Landkreis Eichstätt in Zukunft leben werden. Klimakrise, sozialer Zusammenhalt, Gesundheit und Bildung sind Aufgaben, die wir nur gemeinsam lösen können. Wir Grüne stehen für Mut, Klarheit und Verantwortung – und für Politik, die die Menschen vor Ort einbindet. Darum bitten wir Sie: Gehen Sie zur Wahl und geben Sie uns Ihre Stimme für eine solidarische, ökologische und gerechte Zukunft im Landkreis Eichstätt. Jede Stimme für Grün ist eine Stimme für mehr Demokratie, Vielfalt und Nachhaltigkeit in unserer Heimat.