Am Donnerstag, 29.02.2024 fand in Pfünz von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr eine Mitgliederversammlung des Ortsverbandes der GRÜNEN in der Gemeinde Walting statt.
Gleich zu Beginn nahmen die Anwesenden Abschied von Toni Jäger. Er ist am 31.12.2023 im 79. Lebensjahr in Pfünz verstorben. Geboren wurde er am 17. Februar 1945 in Rapperszell. Die Urnenbeisetzung fand am 2. Febr. 2024 in Elsenfeld bei Aschaffenburg statt, wo seine Kinder leben und er viele Jahre als Lehrer gewirkt hatte. Nach seiner Pensionierung kehrte Toni in sein Elternhaus nach Pfünz zurück. Er war dann zehn Jahre lang Mitglied im Kreisverband Eichstätt. 2014 hat er die erste grüne Gemeinderatsliste in Walting mit aufgestellt. 2019 hat er den Ortsverband Walting mitbegründet und war im Vorstand tätig. Er war ein aktives und geschätztes Mitglied. Er engagierte sich ehrenamtlich für Geflüchtete und hatte immer ein offenes Ohr und ein großes Herz für die Sorgen und Anliegen der Menschen. Er hat dazu beigetragen seinen Ort Pfünz ein Stück freundlicher zu machen. Aufgrund seiner ruhigen Ausstrahlung und seiner feinen und leisen Art war er ein Gewinn für jedes Treffen. Seine Denk- und Handlungsweise war geprägt durch Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit und Rücksicht auf andere Menschen gleich welcher Herkunft und Hautfarbe. Er engagierte sich für Geflüchtete während des Bosnienkrieges, als er mit seinem Auto nach Bosnien fuhr und seine Hilfe anbot. Eine Familie hat er mitgebracht und in seinem Haus in Pfünz wohnen lassen. Auch schon 2015 während des Syrienkrieges engagierte er sich. Vor knapp 2 Jahren nahm er drei geflüchtete Familien aus der Ukraine in seinem Haus auf. Als empathischer Mensch erkannte er Gefühle, Empfindungen, Trauer und Schmerz seiner Mitmenschen und war in seinem Mitgefühl stets hilfsbereit. Seine eigenen Bedürfnisse stellte er dabei in den Hintergrund. Er begeisterte seine Wegbegleiter durch seinen Humor, seine künstlerischen Fähigkeiten als Maler, Bastler, Bildhauer, Musiker und Freigeist.
Für den Ortsvorstand berichtete Christoph Bittlmayer aus der Arbeit im Gemeinderat. Mehrere Anträge zu Pfünzer Themen haben die GRÜNEN jüngst an den Gemeinderat gestellt. Diese werden voraussichtlich in den nächsten Sitzungen behandelt. Ein Antrag will erreichen, dass die nach Beschwerden bei der Bürgerversammlung im letzten Jahr vom Ortsrand von Pfünz in den Wertstoffhof nach Walting verlegten Glascontainer wieder einen Platz im Ortsbereich von Pfünz finden. Ein zweiter Antrag will erreichen, dass zu den am Radweg und am Römersteig in Pfünz vorhandenen Boxen mit Beuteln für Hundekot auch Müllbehälter für die gefüllten Hundekotbeutel aufgestellt werden. Ein dritter Antrag will die landwirtschaftliche Zufahrt am Meilenstein verbessern. Ein vierter Antrag regt die Reparatur des Bürgersteiges bzw. der Abflussrinne vor und gegenüber dem Moierhof in der Waltingerstraße an. Dadurch kann die weitere Verschmutzung der Hausfassade des Moierhof vermieden werden. Weil die Durchfahrten in der Waltingerstraße sowie im Schwemmfeld in Pfünz noch nicht auf 30 km/h beschränkt sind, wurde an den Gemeinderat ein fünfter Antrag gestellt. Als sechster Antrag wurde angeregt, dass die Müllbehälter an den Raststationen an der Römerbrücke und am Radweg in Pfünz auch im Winter stehen bleiben und geleert werden sollten. Es ist erfreulich, dass bei guter Witterung auch in der kalten Jahreszeit Radler und Spaziergänger unterwegs sind und an diesen Stellen rasten. Ein siebter Antrag wurde gestellt, um die Beseitigung der durch Waldarbeiten entstandenen Schäden und die Verschmutzung mit Mist des Rundweges um das Römerkastell Vetoniana zu beseitigen.
Neben diesen Anliegen wird aktuell die Innerortsentwicklung im Gemeinderat bearbeitet – wie auf Antrag der GRÜNEN beschlossen. In einer ersten Analyse der innerörtlichen Potentiale wurde durch eine Arbeitsgruppe von Gemeinderäten festgestellt, dass in den Ortsteilen der Gemeinde Walting insgesamt 13 ha unbebaute Grundstücke und Leerstände vorhanden sind. Die GRÜNEN drängen darauf, die Innenbereiche der Ortschaften zu nutzen und zu entwickeln, bevor im Außenbereich Baugebiete ausgewiesen werden. Dazu steht die Zusammenarbeit des Gemeinderats mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und mit einem Fachbüro an.
Um den Folgen eines eventuellen Starkregens vorzubeugen, haben die Gemeinderäte schon vor 2 Jahren auf Antrag der GRÜNEN beschlossen, für die Erstellung eines Konzepts zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement Angebote von Fachfirmen einzuholen und die Förderung dafür zu beantragen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat jetzt eine Karte veröffentlicht, die auf die Gefahren konkret hinweist und die Wichtigkeit des Anliegens untermauert. In der Gemeinde Walting ergeben sich daraus insbesondere für Pfünz und Rapperszell Gefährdungen. Die Karte ist im Umweltatlas einzusehen unter dem Link:
https://www.umweltatlas.bayern.de/mapapps/resources/apps/umweltatlas/index.html?lang=de&add_layers=WMS:https://www.lfu.bayern.de/gdi/wms/wasser/oberflaechenabfluss?&layers=lfu_domain-naturgefahren,service_naturgef_24,24&scale=18056&bm=combined_with_webkarte_grau
Die Mitgliederversammlung der GRÜNEN unterstützte die im Bericht formulierten Anliegen und empfahl, auch an dem Thema Starkregen-Prävention dran zu bleiben.
Die Mitgliederversammlung schloss mit dem Ausblick auf die Europawahlen am 9. Juni 2024 und auf die nächste Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen, die voraussichtlich im Herbst stattfinden wird.
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